Geschichte des OV

Hermann Schneider

Wilhelm Herget

Hugo Stmpf

Johann Handwerk

Die Geschichte der SPD – OV – Petersberg

Am 10. März 1946 wurde der Ortsverein Petersberg der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands gegründet.
Zum ersten Vorsitzenden wählten die Teilnehmer der Gründungsversammlung Markus Händler. Zu seinem Stellvertreter wurde Hugo Stumpf bestellt. Hermann Schneider gehörte dem Gründungsvorstand als Schriftführer an. Zu Beisitzern wählte die Versammlung Wilhelm Herget und Johann Handwerk.

Schon nach einem Jahr, am 9. März 1947, übernahm Hugo Stumpf den Vorsitz in der SPD Petersberg, der in aufopfernder Arbeit über eine Generation lang die Geschicke der SPD Petersberg bestimmt hat und von kurzen Unterbrechungen abgesehen, dem Ortsverein bis 1970 als 1. Vorsitzender gedient hat. Danach war er für lange Jahre Ehrenvorsitzender. Unter der Führung von Hugo Stumpf entwickelte sich die SPD Petersberg bis 1966 zum stärksten Ortsverein in Osthessen. Neben seiner Arbeit in der SPD war er auch noch als Gemeindevertreter und als Betriebsrat tätig. Die Zeit bis 1970 kann man als die Ära Stumpf bezeichnen.

Neben ihm ist als Mann der ersten Stunde Wilhelm Preher zu nennen, der durch seine zahlreichen Referate zu aktuellpolitischen Tagesthemen wie beispielsweise 1946 die Zwangsverschmelzung von SPD und KPD, 1948 das Scheitern der Ministerpräsidentenkonferenz in München oder die Gründung des Wirtschaftsrates im gleichen Jahr eine wichtige Schulungsarbeit während der Aufbauphase leistete.

Die kommunalpolitischen Themen der Gemeindepolitik waren jedoch Schwerpunkt der politischen Arbeit vor Ort. Sie waren kurz nach dem Krieg von der Notsituation in Deutschland geprägt. Die Beseitigung der Kriegsschäden, die Wohnraumbeschaffung für die Flüchtlinge aus dem Osten, die Landbeschaffung für Kleingärtner und die Beschaffung von Hausbrand seien hier als zentrale Probleme in der Gemeinde genannt werden. Den Vorstandsprotokollen aus dieser Zeit kann man entnehmen, dass die Vertreter der SPD in ihrem politischen Bemühen immer darauf achteten, dass es bei den Verteilungen gerecht zuging.

In den fünfziger und sechziger Jahren änderten sich die politischen Fragestellungen. Nachdem die größte Not derNachkriegszeit überwunden war, wurden die Ansprüche der Menschen größer. Größerer Wohnraum und verbesserte sanitäre Einrichtungen waren gefragt. Der Trend zum Eigenheim setzte ein. Bauland musste bereitgestellt werden. Die atemberaubende Entwicklung des Individualverkehrs machte den Ausbau und Neubau von Straßen erforderlich.

Die SPD Petersberg versuchte mit einer Reihe von Anträgen betreffend Bauland, Straßenausbau, Kinderspielplätze, Kindergärten und Naherholungsgebiete die Entwicklung in der Gemeinde in ihrem Sinne zu fördern. In den sechziger Jahren tauchten neue Namen unter den Aktiven der Petersberger SPD auf. Helmut Mackenrodt und Leo Kött seien hier stellvertretend genannt. Besonders hervorzuheben ist die phantasievolle Pressearbeit von Dr. Wendelin Enders (später Mitglied des Deutschen Bundestages), durch die das Bild der Partei in der Öffentlichkeit geprägt wurde.

In den Jahren 1970 und 1971 fanden besonders viele Veranstaltungen mit politischen Vorträgen statt. Darin erkennt man die Aufbruchstimmung, die zu dieser Zeit so typisch für die gesamte Partei war. Mit der Regierungsübernahme der sozialliberalen Koalition unter der Führung des SPD-Bundeskanzlers Willy Brandt und der Aufnahme der neuen Ostpolitik, die eine immer größere Zustimmung in der zukunftsorientierten Bevölkerung fand, erhielt die Partei auch in Petersberg neuen Auftrieb.

Ab 1970 übernahm Benno Tschinkel für eine kurze Zeit den Vorsitz des Ortsvereins. 1972 etablierte sich dann eine neue stabile Führungsmannschaft mit Leo Kött als Erstem Vorsitzenden und Josef Erich als Stellvertreter, die Ära Kött/Erich begann. Josef Erich übernahm für lange Jahre den Fraktionsvorsitz. Otto Bott als Kassierer und Gerhard Röhrig als Schriftführer waren weitere engagierte Mitarbeiter im Vorstand. Das Vereinsleben konnte intensiviert werden. Gerne erinnert man sich noch heute an die gut besuchten Karnevalsveranstaltungen und Maifeiern der Petersberger SPD.

Die kommunalpolitische Arbeit war in dieser Zeit von den Problemen der Gebietsreform bestimmt. Die SPD Petersberg hatte sich damals gegen den Anschluss der Gemeinde an Fulda ausgesprochen, die letztendlich in gemeinsamen Bestrebungen der Petersberger Parteien zum Wohle der Gemeindeabgewehrt werden konnte. Im sozialen Bereich engagierten sich die Vertreter der SPD im Gemeindeparlament für mehr Kindergartenplätze, neue Kinderspielplätze und die Schaffung neuer Jugendräume.

Nachdem von 1977 bis 1979 Reinhard German vorübergehend an der Spitze der SPD Petersberg gestanden hatte, übernahm am 1. März 1979 Gerhard Röhrig den Vorsitz im SPD Ortsverein Petersberg. Ihm standen Erwin Stumpf und Willi Aha zur Seite. Unter seiner Führung gelang es der SPD Petersberg bei der Kommunalwahl 1985, ihren Stimmenanteil von 20,3 % auf 29,4 % zu verbessern. Ein beachtlicher Erfolg! Die Zahl der Sozialdemokraten in der Gemeindevertretung erhöhte sich von 8 auf 11 Mandate. Zwei Vertreter der SPD wurden in den Gemeindevorstand berufen. Die achtziger Jahre wurden ganz entscheidend durch die Arbeit von Gerhard Röhrig geprägt.

Im Februar 1991 übernahm mit Katharina Ehrhardt erstmals eine Frau den Vorsitz im SPD-Ortsverein Petersberg, den sie bis März 2005 inner hatte. Unterstützt wurde sie in ihrer Arbeit duch ihren Stellverteter Sebastian Leitsch und den engagierten Mitgliedern des geschäftsführenden Vorstandes.
Stellvertretend seinen hier Harald Brodkorb als  als langjähriger, zuverlässiger Kassierer und Jeff Shuttleworth als Schriftführer genannt.

In die Amtszeit von Katharina Ehrhardt fiel 1994 auch die erste kommunale Direktwahl eines Bürgermeisters in der Großgemeinde. Der aus dem Ortsteil Steinau stammende SPD-Kandidat Volker Halsch konnte einen Achtungserfolg und in seinem Ortsteil sogar die absolute Mehrheit erzielen.

Durch ihre Kontakte als Sekretärin bei dem Deutschen Evangelischen Kirchentag konnte Katharina Ehrhardt einige prominente Gastredner für Veranstaltungen in Petersberg gewinnen. Bei der 50-jährigen Jubiläumsfeier der SPD Petersberg im September 1996 war der ehemalige Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Reinhold Höppner zu Gast. In den 90er Jahren war die zwischenzeitlich verstorbene SPD Politikerin Regine Hildebrandt Referentin bei einer öffentlichen Veranstaltung über Sozialpolitik. Das Petersberger Propsteihaus war gut gefüllt. Nach der Jahrtausendwende trat der bekannte Journalist Wolf von Lojewski als Gastredner bei einer öffentlichen Veranstaltung des Ortsvereins in Petersberg auf.

Seit Marz 2005 ist Jeffrey Shuttleworth Ortsvereinsvorsitzender. Er ist ein gern gesehener Gast z.B. bei Vereinsfeiern und -jubiläen sowie bei den freiwilligen Feuerwehren.

Die Fraktionsarbeit vor Ort in der Großgemeinde Petersberg in den 80er und 90er Jahren war geprägt von dem Schwerpunkt „mehr für Kinder und Jugendliche“ – mehr Kindergartenplätze und ein Jugendzentrum. Die Fraktionsvorsitzenden während dieser Zeit waren Alfred Wydra bzw. Karin Pleischl. Von 2001 bis 2006 war Alfred Wydra erneut Fraktionsvorsitzender. 2006 übernahm Helmut Krass den Fraktionsvorsitz, den er auch nach der Kommunalwahl 2011 behielt. Im Herbst 2012 schied Berthold Neidert wegen Umzugs aus dem Gemeindevorstand aus. Helmut Krass ist jetzt im Gemeindevorstand und neue Fraktionsvorsitzende ist Susanne Dörr.

Bei den Bürgermeisterwahlen in den Jahren 2005 und 2011 stellten sich auch SPD-Mitglieder zur Wahl. Prof. Dr. Katrin Hesse konnte im Oktober 2005 ein beachtliches Ergebnis von 41,7 % erzielen. 2011 trat Susanne Dörr als Bürgermeisterkandidatin an. Nach einem relativ späten Start und einem kurzen intensiven Wahlkampf erzielte sie knapp 30 % der abgegebenen Stimmen. Parteiübergreifend müssen wir leider feststellen, dass die Wahlbeteiligung in den letzten Jahren leider einen negativen Trend aufweist.

Im März 2010 konnte der SPD-OV Petersberg den Parteivorsitzenden der SPD, Sigmar Gabriel als Gastredner eines SPD-Unterbezirksparteitages, der im Probsteihaus stattfand, gewinnen.

Der SPD-Ortsverein Petersberg ist stolz darauf, dass zwei Mitgliedern aufgrund ihrer langjährigen ehrenamtlichen Tätigkeiten die „Willy Brandt Medaille“ verliehen wurde –  2008 erhielt die Medaille Gerhard Röhrig, 2012 Alfred Wydra.

Im Laufe des Jahres 2012 haben sich die SPD-Ortsvereine Petersberg, Künzell und Eichenzell zu einer Aktionsgemeinschaft zusammengeschlossen. Ziel ist es, gemeinsam politische Projekte zu veranstalten.

Diverse Veranstaltungen des OV Petersberg

Regine Hildebrand

Regine Hildebrandt am Mikro als Referentin bei einer öffentlichen Veranstaltung über Sozialpolitik im Propsteihaus in den 90er Jahren

Geburtstage

Gratulanten – Wendelin Enders hat Geburtstag

von links nach rechts:  ?, Peter Jennemann, Wendelin Enders

Mitgliederversammlung in der Gaststätte des Propsteihauses

von links nach recht: Peter Jennemann, Volker Halsch, Katharina Ehrhardt, Wendelin Enders, Sabine Waschke und ?